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Mein politisches Engagement

(Foto: Sascha Scherer)

… währt schon lange und wurde durch meine politisch aktiven Eltern in seinen Grundzügen geprägt. Mein Überzeugung jedoch, reifte im Lauf der Jahre ganz von selbst, und ich will mich selbst als sozialliberalen Patrioten mit Hang zum militanten Pazifismus beschreiben. Klingt komisch, ist aber in gewisser Weise und in Kombination mit meinem besonderen und ausgeprägten Humor durchaus schlüssig.

Erstmalig bin ich wohl im zarten Alter von 16 Jahren auf die politische Bühne getreten, was jetzt schon über ein viertel Jahrhundert her ist und mich etwas ehrfürchtig werden lässt. Wie sollte es anders sein, bedingt durch meine „schwarzen“ Eltern und auch in Ermangelung an Alternativen, zog es mich in die politische Jugendorganisation der CDU, die Junge Union, bei der ich meine ersten politischen Gehversuche unternahm. Eine spannende und ereignisreiche Zeit mit reichlich Alkohol, der damals irgendwie als Kernelement zur JU gehörte, wie dass Plakatieren für Mutterpartei.

Politisch konnten wir natürlich nicht wirklich viel bewegen, aber wenn wir es schafften, uns zu bewegen, fing es an, Spaß zu machen und besonders dann, wenn wir auf Konfrontationskurs zur CDU gingen, was dann auch mal zu einem Rüffel aus dem „Machtzirkel“ der Mutterpartei mündete. Einer dieser Rüffel, wobei es eher eine Einnordung war, katapultierte mich „ideologisch“ aus dem konservativen Lager, weil ich erkennen musste, dass „Selbstdenker“ mit eigenen Ideen in der CDU nicht wirklich erwünscht und geduldet werden.

Hierauf folgte zunächst eine politische Abstinenz für eine geraume Zeit, bis es mich wieder in den Fingern juckte und ich Ausschau nach einer neuen politischen Heimat hielt. Ende der 90er-Jahre war die Parteienlandschaft allerdings recht überschaubar und neben der CDU gab es als nennenswerte Parteien, die Grünen, die SPD und die FDP. Zunächst, weil ich’s irgendwie sexy fand, etwas für die Umwelt zu tun, schaute ich mir die Grünen an und besuchte den Ortsverband an meinem damaligen Wohnort im Odenwald. Hier stellte sich jedoch ganz schnell heraus, dass mir die ideologische Verkrampftheit zu tief ging und ich zudem auch kein wirkliches „Ökogen“ besaß. Die ideologische Verkrampftheit begegnete mir dann ebenso bei den Sozialdemokraten, womit ich mir zuletzt die Freien Demokraten anschaute.

Bei einem ersten Beschnuppern mit der liberalen Partei gab es dann das alles entscheidende Schlüsselerlebnis. Leider weiß ich nicht mehr, wer es mir sagte, aber es sollte sich hinterher bewahrheiten und ein Parteimitglied erläuterte mir, was das wirklich tolle an der FDP sei, „Wenn Du eine Idee hast und Du schaffst es, eine Mehrheit davon zu begeistern, dann setzt sich die Partei dafür ein.“ Damit fiel bei mir der Groschen und ich reichte um die Jahrtausendwende herum meinen Mitgliedsantrag ein. Damals noch mit Papier und Stift und wenige Wochen später erhielt ich meine blau-gelbe Parteimitgliedskarte.

Seither habe ich es eigentlich nicht bereut und setze mich mit viel Herzblut für die Freien Demokraten ein, auch wenn ich feststellen musste, dass in der Politik ein recht harscher Wind wehen kann und es sehr viel ehrenamtliches Engagement bedarf, um Dinge ins Rollen zu bringen und so habe ich bis dato schon unzählige Stunden in die Parteiarbeit gesteckt. So vergingen die Jahre und der Erfahrungsschatz wuchs, wie auch mein Aufgabenbereich für die Partei.

In den Anfängen begnügte ich mich mit Funktionen im Ortsvorstand oder auch im Kreisvorstand, brauchte mich als Webmaster, Fotograf und Grafiker in die Parteiarbeit ein und gegen Ende der 2000er-Jahre folgte dann das Ehrenamt des Stadtverordneten in meiner Heimatstadt Neu-Isenburg, in Paarung mit einem Sitz im Ausschuss für Familie, Jugend, Senior und Soziales, sowie im Präventionsrat der Stadt und mein partizipieren in der Arbeitsgruppe EDV.

In wenigen Tag, am 14. März 2021 finden in Hessen die Kommunalwahlen statt und ich bin wieder angetreten. Diesmal als Kandidat für den Ortsbeirat Gravenbruch und die Stadtverordnetenversammlung in Neu-Isenburg und wir wollen mal schauen, wohin mich der Wählerwille trägt und welche Aufgaben dann auf mich warten. Ich bin gespannt.

Der schwedische Weg

Bereits im März 2020 habe ich ganz offen mit dem „schwedischen Weg“ geliebäugelt und mein Bauchgefühl sagte mir, dass dies am Ende der besser Weg sein wird. Für meine damalige Haltung wurde ich von vielen Leuten angegriffen und auch beleidigt. Heute sind „wir“ um einiges schlauer, der Schutz der vulnerablen Risikogruppen wurde landesweit sträflich vernachlässigt, mit entsprechenden Folgen. In Berlin hält man recht eisern an der Lockdown-Strategie fest, will sich die massiven Kollateralschäden an Wirtschaft, Gesellschaft und Psyche durch die missratene Coronapolitik nicht eingestehen und scheut den Gesichtsverlust, im Angesicht der bevorstehenden Bundestagswahl im September 2021.

In meinen Augen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und Co. ein Komplettversagen bei der Bewältigung der Pandemie an den Tag gelegt. Viele der Coronatoten wären mit der richtigen Strategie – ein Mix aus Japan, Schweden und Tübingen vielleicht – vermeidbar gewesen, womit dann auch viele der Kollateralschäden vermieden worden wären. Leider wurden sämtliche Chancen verspielt und es bleibt zu hoffen, dass die Folgeschäden und die Rezession nicht ganz so heftig ausfällt, wie von vielen Fachleuten befürchtet.

Gehen wir mal nicht vom Allerschlimmsten aus, um uns dann über das wenige Positive ausgiebig freuen zu können.